Flexible Laufzeitplattform für die Stahlerzeugung
„Konfigurieren statt Programmieren“ - Entwicklung erleichtert metallurgischen Experten Arbeitsprozesse
Um Produktionsvorgänge bei der Stahlerzeugung zu optimieren, wurde in einem Forschungsprojekt des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) gemeinsam mit der Firma ABF Industrielle Automation GmbH und der voestalpine Stahl GmbH eine Laufzeitplattform für verfahrenstechnische Berechnungen erstellt.
Überblick
Gemeinsam mit der voestalpine Stahl GmbH und der Firma ABF Industrielle Automation GmbH hat das Software Competence Center Hagenberg eine Laufzeitplattform für verfahrenstechnische Berechnungen entwickelt.
Ziel dieses Forschungsprojektes war, den Fachleuten der metallurgischen Forschung eine Prozessvereinfachung zu ermöglichen. Sie sollten in der Lage sein, sich auf verfahrenstechnische Aufgaben zu konzentrieren, ohne sich um implementierungsbezogene Details kümmern zu müssen. Das Schlagwort dabei war “Konfigurieren statt Programmieren”.
Die voestalpine Stahl GmbH setzt die Plattform seit November 2005 im produktiven Betrieb für die Stahlerzeugung ein. Seitdem wird die Plattform kontinuierlich ausgebaut. Unter anderem soll in Zukunft die Erstellung von verfahrenstechnischen Modellen ohne wesentliche Kenntnisse einer Programmiersprache möglich sein.

Herausforderung
Eine der wesentlichen Herausforderungen bestand in der Notwendigkeit des kontinuierlichen Betriebs (24x7) und der damit verbundenen Forderung, verfahrenstechnische Modelle ohne Produktionsunterbrechung austauschen zu können (Hot-Plug-Fähigkeit). Eine weitere wichtige Anforderung bildete der Wunsch nach Abstrahierung der Datenversorgung aus Sicht der metallurgischen Verfahrenstechnik.
Lösung
Dr. Wolfgang Beer, Bereichsleiter Software Engineering and Technology, erklärt die technischen Details: „Als Basis für die Realisierung wurde nach sorgfältigen Recherchen der OSGi-Standard gewählt. Die darauf aufgesetzte Plattform kann nahezu auf jedem Betriebssystem ohne große Anpassungsarbeiten eingesetzt werden“.
Die gelungene Abwicklung des Forschungsprojekts, sowie die Anwendung wissenschaftlicher Methoden bei der Analyse, dem Entwurf, der Entwicklung und dem erfolgreichen Einsatz der Laufzeitplattform stellt die Kompetenzen des Schwerpunkts Software Architectures and Technologies for Industrial Applications klar unter Beweis.