Kompetenzbereiche
Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) setzt in seinem Portfolio auf folgende fünf Schwerpunkte:

Rigorose Methoden im Software Engineering
Trotz vieler Richtlinien sowie anwendbaren Methoden und Werkzeugen fehlt den heutigen softwaretechnischen Praktiken immer noch die Reife anderer Ingenieurdisziplinen. Die Hauptprobleme sind eine hohe Rate an Softwarefehlern und ineffiziente Qualitätssicherungsmaßnahmen. Bei korrekter Anwendung ergänzen rigorose Methoden die heutigen Softwareentwicklungspraktiken und verhelfen damit zu einer präzisen Modellierung der kritischen Systemkomponenten, bei denen Sicherheit, Integrität und Zuverlässigkeit angestrebte Systemeigenschaften sind. Gemeinsam mit seinen Partnerfirmen will RSE einerseits die Verwendung von formalen Ansätzen vereinfachen, aber auch neue rigorose, modellbasierte Techniken entwickeln und anwenden, um die gesamte Softwareentwicklung zu verbessern.
Process and Quality Engineering
Die Entwicklung von Softwareprodukten auf hohem Qualitätsniveau verlangt effektive Methoden und Werkzeuge sowie effiziente Entwicklungsprozesse. Das Ziel von PQE ist dabei die Erforschung und Entwicklung von neuen Konzepten und Methoden für das Qualitäts- und Prozessmanagement sowie deren kontinuierliche Verbesserung und Umsetzung in maßgeschneiderte Werkzeuge und Unternehmensprozesse zusammen mit Unternehmenspartnern.
PQE beschäftigt sich insbesondere mit Anforderungs-, Architektur- und Testmanagement, Qualitäts- und Prozessmanagement, Application Lifecycle Management, nachhaltigen Entwicklungsparadigmen, sowie Engineering-Strategien.
PQE richtet sich an Unternehmen, die selbst Software als Produkt oder Service oder als Teil eines Produktes entwickeln.
Models Architectures and Tools
MAT beschäftigt sich mit modernen konstruktiven Ansätzen im Software Engineering, mit dem Ziel, die Erstellung und Weiterentwicklung von komplexen technischen Softwaresystemen über einen langen Zeitraum zu erleichtern und höchstmögliche Verlässlichkeit sicherzustellen. Dabei kommen modellbasierte und formale Ansätze zur automatischen Erzeugung von Software aus Domänenmodellen ebenso zum Einsatz wie die Möglichkeit der Endbenutzerprogrammierung durch domänenspezifische Programmiersprachen. Die verschiedenen Forschungsaspekte im Schwerpunkt MAT verfolgen die langfristige Vision, automatisch Software aus verifizierten abstrakten Spezifikationen für verschiedene Technologien und Plattformen zu erzeugen. Nur so kann das fachliche (meist technische) Know-How eines Unternehmens über einen längeren Zeitraum außerhalb und damit möglichst unabhängig von schnelllebigen Softwaretechnologien dokumentiert und gesichert bleiben.
Knowledge-Based Vision Systems
KVS entwickelt Analysemethoden für Bilddaten auf Basis der Computational Intelligence. Ein Beispiel ist die datengetriebene Modellbildung für die Charakterisierung von defektfreien Texturen. Ebenfalls forscht man an der logik- und wissensbasierten Modellierung von Qualitätskriterien sowie an kognitiven Aspekten bei der ästhetischen Beurteilung. Starre und deformierbare geometrische Strukturen werden mittels Registrierung analysiert. Die Forschungsergebnisse von KVS werden in der Bewegungsanalyse und dem Objekt- und Personentracking sowie in der Qualitätsinspektion für texturierte oder glänzende Oberflächen und 3D-Strukturen angewendet.
Data Analysis Systems
DAS entwickelt Methoden für die automatisierte Analyse von Sensordaten zwecks Wissensgewinnung und Verfeinerung von Modellen. Das Spektrum an Anwendungen umfasst Prozessanalyse, Prozessoptimierung, Conditioning Monitoring, virtuelle Sensoren, Störungsprognosen und optimale Steuerungs- und Regelsysteme in der Prozessindustrie und Produktion, bei der Herstellung von Maschinen und in der Umwelttechnik wie etwa in der Steuerung von Heizungssystemen.