Alte Lieder in neuem Sound

Wie man alte Musikbestände retten kann

Unzählige Sprach- und Musikaufnahmen in aller Welt sind auf magnetischen Tonbändern archiviert. Doch diese Tonbänder altern im Laufe der Jahrzehnte. Um wertvolle Bestände zu retten, ist es daher unumgänglich, diese zu digitalisieren und dabei sicher zu stellen, dass die digitale Kopie einwandfrei ist.

Überblick
 

Das war der Grund für die in Anif bei Salzburg ansässige Firma MediaServices GmbH die Entwicklung des AudioInspector, einer Software zur effizienten Audiodigitalisierung und Qualitätsprüfung, zu starten. Um das Wissen mehrerer Fachdisziplinen kombinieren zu können, wurde das System von einer Arbeitsgruppe bestehend aus SCCH, Programmierern der MediaServices GmbH, Uni Software Plus GmbH sowie zweier Institute der JKU Linz – Wissenbasierte mathematische Systeme (Prof. Klement) und Elektrische Messtechnik (Prof. Zagar) – seit 2006 ständig weiterentwickelt.

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Herausforderung 


Schon die Datenaufbereitung ist anspruchsvoll: bis zu vier Tonbandmaschinen können unabhängig voneinander angesteuert werden und liefern vier Audiosignale, die parallel digitalisiert und analysiert werden müssen. Diese Analyse selbst umfasst mehr als zwanzig einzelne Prüfungen. Einerseits werden technische Parameter, also Maßzahlen aus der Signalverarbeitung und der Psychoakkustik, berechnet. Andererseits suchen spezialisierte Detektoren nach hörbaren Artefakten, für die es bis dato wenig mathematischen Methoden gab.


Lösung

Jeder potentielle Fehler wird in seinem Kontext bewertet: Aufnahmen, die von einer sechzig Jahre alten Schellakplatte überspielt wurden, sind anders zu bewerten als Bandaufnahmen aus dem Studio; Gesprächsprotokolle anders als klassische Musik. Wichtig ist, diese Vielzahl an einzelnen Bewertungen schlussendlich zusammen zu fassen. Hier kommt die Stärke des maschinellen Lernens zum Tragen. Von der MediaServices GmbH, wurde eine Sammlung verschiedenster, bewerteter Tonbandaufnahmen zusammengestellt. Diese Beurteilung, also das menschliches Expertenwissen kann so am Rechner nachgestellt werden: So kann automatisch ein Fehlerprofil erstellt und daraus ein Gesamturteil der Qualität der Tonaufnahme abgeleitet werden.

Geschäftsführer, Ing. Paul Leitner, MBA, erzählt: „Der AudioInspector(TM) vereint all das unter einer komplexen und dennoch einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche. Während der Tontechniker früher jede Aufnahme selbst komplett anhören musste, kann er sich nun darauf onzentrieren, die von AudioInspector(TM) als schlecht klassifizierten Stellen zu prüfen. Das ermöglicht eine effiziente Digitalisierung und Prüfung selbst großer Archivbestände.“

   

Kontakt

Moser_Bernhard

Bernhard Moser

Area Manager Knowledge-Based Technology

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Fax: +43 7236 3343 888
bernhard.moser@scch.at

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