Lärm und Lärmprävention am Arbeitsplatz
Lärmschwerhörigkeit gehört in der EU zu den am häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten.
Lärm hat für die Prävention von Berufskrankheiten erhebliche Bedeutung. EU-Schätzungen zufolge sind europaweit etwa 60 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während eines Viertels ihrer Arbeitszeit Lärm ausgesetzt. Zu den Präventionsaufgaben der AUVA gehört unter anderem die Beratung der Unternehmen (insbesondere der Ar-beitgeber) bei der Umsetzung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG), auch in Hinblick auf Lärm. Das Software Competence Center Hagenberg hat für die AUVA Software entwickelt, die die AUVA bei ihren Präventionstätigkeiten wesentlich unterstützt.
Überblick
Fachleute der AUVA messen Lärm in verschiedenen Bereichen eines Betriebes. Aus der Aufenthaltsdauer der Beschäftigten in den unterschiedlichen Lärmbereichen wird die in-dividuelle Lärmbelastung errechnet. Die Messungen und die Berechungen erfolgen vor Ort. Überschreitet eine Lärmbelastung eines Beschäftigten den Grenzwert von 85 Dezibel (A), können die Fachleute mit Hilfe eines Audiometers einen Hörtest durchführen, um frühzeitig mögliche Beeinträchtigungen des Gehörs feststellen zu können

Herausforderung
Um diese Beratungen vor Ort optimal durchführen zu können, wurde im Projekt EPOS LA (Elektronisches Präventions-Organisations-System Lärm/Audiometrie) Software entwickelt, die die Geschäftsprozesse des Präventionsbereichs der AUVA unterstützt. Zielsetzungen des Projekts waren u. a., vorhandene Medienbrüche zu beseitigen, heterogene Datenbestände zu vereinheitlichen sowie
Lösung
Die Experten des SCCH entwickelten in Kooperation mit dem FAW eine workflow-basierte Client-Server-Anwendung, die die Fachleute der AUVA in ihren Arbeitsabläufen, beim Berichtswesen und bei der Messwertverarbeitung unterstützt. Die Anwendung ist in wesentlichen Teilen online und offline verfügbar, um die Fachleute in-house und bei Betriebsbesuchen unterstützen zu können. Daten können somit offline vor Ort erfasst und dann mit der Server-Datenbank synchronisiert werden. Diese Synchronisation verfolgt einen innovativen objektzentrierten Ansatz, der die Auflösung von Konflikten in ihrem jeweiligen Kontext erleichtert und zu einigen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet führte. Zusätzlich wurde eine Audiometeranbindung realisiert.
Im Rahmen des Projektes wurden auch fast 40 Jahre alte Datenbestände in ein modernes
DB-System migriert. Wesentliche Projektergebnisse waren die Arbeitserleichterung für die Außendienstbeschäftigten der AUVA, die Effizienzsteigerung im Bereich der Prävention, eine bessere Serviceleistung für die Kunden und somit die Steigerung der Kundenzufriedenheit.