Plant Safety System

Im Notfall die Übersicht behalten - mit dem Safety Locator

Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) hat in Kooperation mit der FH Oberösterreich, Campus Hagenberg ein Sicherheitssystem für die voestalpine Stahl im Rahmen eines K-Plus - Projekts entwickelt. In der Schwerindustrie sind Hochöfen oder Walzwerke mit riesigen Ausmaßen keine Seltenheit. Hunderte von Arbeitern bewegen sich in und um diesen Anlagen – im Notfall ist es entscheidend, deren genaue Anzahl und Aufenthaltsort zu kennen.

Überblick

In vielen Bereichen industrieller Anlagen ist der Aufenthalt während des Anfahrens der Anlage und in deren Betrieb mit erhöhtem Gefahrenpotential verbunden. Insbesondere bei der regelmäßig notwendigen Wartung sind bis zu hundert Personen - auch von Fremdfirmen - im Einsatz. Die Mitarbeiter der verschiedenen zentralen Leitstände der einzelnen Industrieanlagen verantworten den geordneten Ablauf mit bestmöglicher Sicherheit. Diese Personen benötigen daher zu jedem Zeitpunkt aktuelle Informationen über den Stand der Wartung - und den Aufenthaltsort der Menschen in der Anlage.

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Herausforderung

In einem Notfall (wie z.B. Gasaustritt in einem Sektor) ist es von enormer Wichtigkeit für die Rettungskräfte genau zu wissen, wie viele Leute sich an welchem Standort befinden. Dazu bedarf es einer automatischen Erfassung aller Menschen im Gefahrenbereich – unter strikter Wahrung des Datenschutzes. Das bedeutet: Anzahl der Mitarbeiter und Aufenthaltsort sind dem Mitarbeiter im Leitstand bekannt, nicht jedoch deren genaue Identität. Nur bei einem lebensgefährlichen Notfall wird die Erlaubnis zur Gesamtübersicht erteilt.


Lösung


Nach diesen Vorgaben hat das Software Competence Center Hagenberg in enger Abstimmung mit den Betriebsleitungen und dem Betriebsrat der voestalpine Stahl einen „Safety Locator“ entwickelt: Das System wurde als Baukastensystem  entwickelt, in das neue Sensortechnologien wie Bausteine einfach integriert werden können. Die detaillierten Brandschutzpläne der voestalpine Stahl dienen als Orientierungsplan. Die Menschen in der Anlage führen so genannte „Tags“ (ähnlich einem Pager) mit sich, Sensoren orten diese in einem bestimmten Abschnitt und geben Rückmeldung an das System. So kann am Bildschirm genau verfolgt werden, wie viele Leute sich in einem Gefahrenbereich aufhalten: In einer hierarchischen Baumstruktur sind diese Bereiche und daneben die Anzahl der Personen aufgelistet. Mit einem Klick erhält man eine Ansicht des Gebäudeplans – und damit im Notfall eine schnelle Orientierung zur Rettung von Menschenleben. Die Genauigkeit dieser Angabe ist eine Kostenfrage: Pro definiertem Abschnitt sind ein oder mehrere Sensoren erforderlich – die einzelnen Abteilungen entscheiden selbst, welche Genauigkeit bei ihnen erforderlich ist und welche Sektoren als sensible Gefahrenbereiche einzustufen sind. Weil die verschiedenen Gefahrenzonen unterschiedliche Anforderungen stellen (Außen- und Innenbereich mit Abschirmungen, Stahl und Beton-Wänden usw.), setzt sich der Lokalisierungs-Baukasten aus mehreren Technologien zusammen: Einsatz findet Bluetooth ebenso wie RFID (Radio Frequency Identification), ZigBee (ein offener Funknetzstandard für Sensornetzwerke) und GPS (das im Außenbereich eingesetzt wird). Als Hardware- und Softwareplattform dienen für das System Open Source Mobil- und Embedded-Plattformen. Dabei handelt es sich um Mobiltelefone sowie Eingebettete-Geräte, die größtenteils mit freier Software ausgestattet sind. Die Vorteile dabei liegen in einer flexibleren Softwareentwicklung, da die Quellcodes der einzelnen Hardware-Treiber sowie Kommunikationsprotokolle zur Verfügung stehen und den Projektbedürfnissen einfach und rasch angepasst werden können. „Digitale Alltagsgeräte wie Mobiltelefone werden in Zukunft die Sicherheit der Menschen sowohl am Arbeitsplatz als auch in ihrer Freizeit entscheidend verbessern“ sagt Dr. Wolfgang Beer, der Projektleiter. „Der Einsatz dieser Lösung ist nicht nur auf die industrielle Stahlproduktion beschränkt, denn es gibt auch in anderen Wirtschaftsbereichen den Bedarf nach einer allgegenwärtigen und nahtlosen Lokalisierung. Durch die Wahrung des Datenschutzes und im Sinne einer verbesserten Arbeitssicherheit ist mit einer entsprechend hohen Akzeptanz zu rechnen“

   

Kontakt

Beer_Wolfgang

Wolfgang Beer

Area Manager Software Engineering and Technology

Phone: +43 7236 3343 858
Fax: +43 7236 3343 888
wolfgang.beer@scch.at

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