Forschungspartnerschaft setzt neue Maßstäbe im Neuromorphic Computing

International erfolgreich

Österreichische Spitzenforschung zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) künftig schneller und energiesparender werden kann. Seit drei Jahren arbeiten die Johannes Kepler Universität Linz (Institut für Signalverarbeitung), Silicon Austria Labs (SAL) und das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) eng zusammen, um Neuromorphic Computing (NC) entscheidend voranzutreiben.

Gehirn als Vorbild für KI

Im Unterschied zu klassischen Computern, die mit Bits arbeiten, nutzt das menschliche Gehirn elektrische Signale („Spikes“). Neuromorphic Computing bildet dieses Prinzip mit Spiking Neural Networks (SNNs) nach – eine besonders effiziente Methode, um Muster in Echtzeit zu erkennen.
„Unser Ziel ist es, Systeme mit minimalem Energiebedarf und maximaler Reaktionsfähigkeit zu entwickeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Bernhard A. Moser (SCCH). Einsatzfelder sind u. a. Robotik, Medizintechnik oder Umwelt-Monitoring.

Studienerfolg und Vorurteile widerlegt

Eine aktuelle Studie zeigt das Potenzial in der Medizin: Bei der Analyse von EKG-Daten konnten über 80 % der Datenmenge eingespart werden – ohne Qualitätsverlust. Das bedeutet weniger Speicherbedarf bei gleicher Genauigkeit. Gleichzeitig widerlegt das Team Vorurteile, dass NC teure Spezialhardware erfordert: Auch Standard-Hardware kann effizient genutzt werden.

Meilensteine der Kooperation

Die Forschungsarbeit „Made in Austria“ sorgt international für Aufsehen:

  • Weltrekord in SNN-Inferenz mit über 2,5 Mio. Bildern pro Sekunde auf Standard-FPGAs.
  • Patent angemeldet für eine neuartige, energiesparende Datenerfassung.
  • Workshop-Reihe SNNSys und Publikationen in renommierten Journalen und auf IEEE-Konferenzen.
  • Internationale Sichtbarkeit durch einen Wettbewerb zur energiesparenden KI im Rahmen der ICIP 2025 in Alaska.

„Die große Resonanz zeigt, wie viel Innovationskraft in diesem Bereich steckt“, so Moser.

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