Russischer Gastforscher

Für Energie-Management-Systeme

Internationale Netzwerke und Kooperationen sind essenziell für herausragende Forschungsergebnisse. Daher nehmen Wissenschaftler des Software Competence Center Hagenberg (SCCH), einem Teil des UAR Innovation Netzworks, weltweit an Konferenzen und Ausstellungen teil, um ihre Erkenntnisse vorzustellen. Auf der HMI 2019 in Hannover lernte der russische Experte für Energie-Management-Systeme (EMS), Aleksey Kychkin, das SCCH kennen.

Aleksey Kychkin (links) vom HSE in Russland und Georgios Chasparis, Forscher am SCCH

Nun ist der a.o. Professor der HSE in Perm für drei Monate in Hagenberg als Gastforscher im Rahmen seines Postdoc-Studiums. „Mein Ziel ist es, Wege zur Überwachung, Analyse und Optimierung des Energieverbrauchs zu finden, um die Effizienz zu steigern und Energieeinsparungen in Großstädten und der Industrie zu ermöglichen“, erklärt Kychkin.

Intelligente Gebäude

Seine Arbeit kombiniert Hardware, Software und Analytik: Sie umfasst zum einen intelligente Gebäude und -Energiemanagementsysteme (BEMS) sowie spezifische Ausrüstung. Ein Teil seiner Forschung bezieht sich auf IoT-Plattformen: „Da ein System nur für eine Art von Anwendung gilt, müssen wir Plattformen mit offenen Schnittstellen für ein Netz intelligenter Gebäude mit vielen Arten von Energiedienstleistungen entwerfen. Jede BEMS-Anwendung hat ihre eigenen Bedingungen, so dass wir eine Multi-ServicePlattform benötigen, auf der Komponenten hinzugefügt und abhängig voneinander gesteuert werden können“, so der Experte, der auch mathematische Modelle und Berechnungsalgorithmen entwirft, um die Steuerung zu automatisieren und Änderungen vorherzusagen.

Internationale Forschung

Aleksey Kychkin war bereits 2006 als Austauschstudent in Österreich. Im Rahmen seiner Diplomarbeit im Bereich drahtloser Datenerfassungssysteme kam er an die TU Wien, damals Partner der Staatlichen Technischen Universität Perm. 2019 nahm er an der HMI in Hannover teil, um mit europäischen Partnern aus Industrie und Forschung in Kontakt zu kommen. Dort lernte er Bernhard Freudenthaler, Leiter Datenanalysesysteme am SCCH, kennen. Im Gespräch über verschiedene Projekte ergaben sich zahlreiche Überschneidungen, die schließlich zu einer Einladung and das SCCH führten. Von September bis Dezember 2019 arbeitet Kychkin nun daran, eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen und erforscht im Projekt FLEX+ ‚demand-respone‘ Methoden zur Analyse von Energiedaten. Diese Ausschreibung des österreichischen Klima- und Energiefonds hat das Ziel, erstmalig eine Plattform zu entwickeln, welche die Flexibilität der Energiemärkte erhöht und gleichzeitig die Interessen der Prosumenten (PROduzenten erneuerbarer Energie sind zugleich auch KonSUMENTEN) berücksichtigt.

"Ich freue mich sehr, im Software Competence Center Hagenberg zu sein, einem führenden Zentrum für Datenanalyse und Software inmitten eines Softwareparks wie dem Silicon Valley. Was ich hier sehe, ist ein moderner Ansatz, ein internationales Expertenteam und eine breite Palette an Wissen und Erfahrung im Bereich Datenwissenschaft und Softwarewissenschaft, verstärkt durch eine hohe Kultur im Umgang mit Daten. Es gibt eine enorme Dynamik und jeder strebt nach neuen Ansätzen", fasst Kychkin seine Eindrücke zusammen. In seiner Freizeit nutzt der russische Forscher das Internet, um mit seiner Familie in Kontakt zu bleiben und seinem Sohn bei den Hausaufgaben zu helfen. Er macht gerne Spaziergänge und erkundet dabei am liebsten österreichische Städte und ihre interessante Architektur.

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