Mehr Tempo für Förderungen: Land Salzburg führt KI-System zur Rechnungsprüfung ein

Die Salzburger Landesregierung setzt neue Maßstäbe in der Modernisierung der Verwaltung. In Zusammenarbeit mit dem Software Competence Center Hagenberg (SCCH) hat das Referat für Energiewirtschaft und -beratung ein System zur automatisierten Vorprüfung von Förderansuchen implementiert. Die KI-basierte Lösung sorgt für die formale Kontrolle der Antragsunterlagen, minimiert Fehlerquellen und ermöglicht eine rasche Auszahlung der Fördermittel an die Antragsteller*innen.

Schneller zum Zuschuss durch automatisierte Prüfung

Wer in ein erneuerbares Heizungssystem investiert, erwartet eine rasche finanzielle Unterstützung. Während die formale Kontrolle von Förderunterlagen bisher ein zeitintensiver, manueller Prozess war, übernimmt nun eine KI die Vorprüfung in Echtzeit. Unmittelbar beim Hochladen der Dokumente gleicht das System Rechnungsdaten und Leistungsinhalte ab.

„Durch die KI-gestützte Vorprüfung verwandeln wir bürokratische Routine in einen digitalen Sofort-Service: Das System erkennt Unstimmigkeiten bei Rechnungsdaten oder Lieferadressen in Sekunden, entlastet unser Team von aufwendiger Kleinarbeit und bringt die Förderung deutlich schneller zur Auszahlung“, so Andreas Görtschacher, vom Referat Energiewirtschaft und -beratung des Landes Salzburg.

Die Vorteile liegen auf beiden Seiten: Antragsteller*innen werden in Phase 2 der Umsetzung dann sofortiges Feed-back erhalten, falls Daten unvollständig sind, während die Sachbearbeiter*innen von wiederkehrenden Aufgaben befreit werden. Ein besonderer Pluspunkt ist die Flexibilität: Die Beamt*innen können Prüfregeln selbst im System anpassen, ohne dazu über IT-Kenntnisse verfügen zu müssen.  

Sicherheit und Souveränität durch „LLM:2go“

Die technologische Basis bildet das SCCH-Sprachmodell LLM:2go (https://www.scch.at/aktuelles/llm2go). Im Gegensatz zu herkömmlichen Cloud-Modellen wahrt diese Lösung die digitale Souveränität der Verwaltung. Da das System auf lokaler Infrastruktur betrieben wird, verbleiben sensible Förderdaten innerhalb des geschützten Umfelds und verlassen dieses zu keinem Zeitpunkt.

„Mit LLM:2go haben wir eine Lösung geschaffen, die höchste Performance mit den strengen Compliance-Vorgaben der öffentlichen Verwaltung vereint“, erklärt Mag. Markus Manz, CEO des SCCH. „Die KI liest PDFs von Rechnungen und Zahlungsbestätigungen in Echtzeit aus.  Standardprüfung können in weniger als zwei Sekunden durchgeführt werden, aber auch komplexe Dokumente präzise validiert werden.“

Um das Projekt ressourcenschonend zu realisieren, wurde für die Testphase der High-Performance-Computing-Cluster (HPC) des SCCH genutzt. Dies ermöglichte eine Evaluierung unter realen Bedingungen im Echtbetrieb, ohne dass das Land Salzburg vorab in teure Hardware investieren musste. „Wir stellen gerade auf den Echtbetrieb im Backendsystem um. In der 1. Phase wird jeder Fall manuell nochmal kurz geprüft. Danach stellen wir, je nach Qualität auf Stichproben um. So wir die Fehlerquote der KI auf ein Minimum reduziert“, so Görtschacher.

Andreas Görtschacher, Referat Energiewirtschaft und -beratung des Landes Salzburg (privat), Screenshot des Tools

Ein Meilenstein des Digital Austria Act

Mit diesem Projekt setzt das Land Salzburg zentrale Vorgaben des Digital Austria Act der Bundesregierung um. Das System steigert nicht nur die Transparenz und Fairness durch objektive Prüfung, sondern schützt auch automatisiert vor Betrug oder Doppelförderungen. Die freiwerdenden Ressourcen in der Verwaltung werden gezielt für die persönliche Beratung bei komplexen Einzelfällen genutzt. Landesrat Maximilian Aigner resümiert: „Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dieser Fortschritt vor allem eines: weniger Warten, mehr Planungssicherheit. Wer in erneuerbare Energie investiert, soll nicht durch Bürokratie gebremst werden. So bringen wir Projekte schneller in die Umsetzung.“